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Hunger-Bühler, Robert: Die Blume im Mund

Haikus
Wir lernten, dass jegliches seine Bedeutung haben müsse, sinnfällig und brauchbar für unser Leben zu sein hätte. Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, die uns bisweilen bis in den Schlaf hinein verfolgt, wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen, sie möge die Leere einer Musik-Note erlangen, wie Roland Barthes das vom Geplapper der Seelen befreite Haiku beschreibt. Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden. Ein kurzes Ereignis, das in einem Zuge seine richtige Form findet, gleich einer mattleuchtenden Schneeflocke oder einer Taumeltraube, einen Windhauch lang, unfassbar. Ob Friedrich Hölderlin, als er sein berühmtes Gedicht Hälfte des Lebens schuf, daran dachte, dass die letzten drei Zeilen ein geniales Haiku bilden? Die Mauern stehen Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen
Autor Hunger-Bühler, Robert
Verlag Secession Verlag Berlin
Einband Kartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr 2026
Seitenangabe 220 S.
Meldetext Lieferbar in 24 Stunden
Ausgabekennzeichen Deutsch
Masse H19.4 cm x B14.3 cm x D2.0 cm 270 g
Auflage 1. A.
Wir lernten, dass jegliches seine Bedeutung haben müsse, sinnfällig und brauchbar für unser Leben zu sein hätte. Das Belanglose, Nichtige, Törichte lernten wir nicht. In dieser überlauten Welt wimmelnder Bedeutungsjunkies, die uns bisweilen bis in den Schlaf hinein verfolgt, wünsche ich mir oft, die Sprache möge verstummen, austrocknen, sie möge die Leere einer Musik-Note erlangen, wie Roland Barthes das vom Geplapper der Seelen befreite Haiku beschreibt. Das Haiku möchte zweimal gesprochen werden, und in der Wiederholung wie ein Echo verklingen und verschwinden. Ein kurzes Ereignis, das in einem Zuge seine richtige Form findet, gleich einer mattleuchtenden Schneeflocke oder einer Taumeltraube, einen Windhauch lang, unfassbar. Ob Friedrich Hölderlin, als er sein berühmtes Gedicht Hälfte des Lebens schuf, daran dachte, dass die letzten drei Zeilen ein geniales Haiku bilden? Die Mauern stehen Sprachlos und kalt, im Winde Klirren die Fahnen
CHF 37.00
Verfügbarkeit: Am Lager
ISBN: 978-3-96639-141-2
Verfügbarkeit: Lieferbar in 24 Stunden

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