Suchen

Fontane, Theodor: Der Stechlin

»Einerseits auf einem altmodischen märkischen Gut, andererseits in einem neumodischen gräflichen Hause (Berlin) treffen sich verschiedene Personen und sprechen da Gott und die Welt durch. Alles Plauderei, Dialog, in dem sich die Charaktere geben, und mit ihnen die Geschichte. Natürlich halte ich dies nicht nur für die richtige, sondern sogar für die gebotene Art, einen Zeitroman zu schreiben«, so gibt Fontane selbst Handlung und Inhalt seines letzten Romans an, in dem er die Welt des preußischen Adels mit den Zukunftsideen einer neuen Zeit konfrontiert.

Es geschieht nicht viel, aber doch entschieden mehr als Fontanes Zusammenfassung - >>Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich<< - vermuten lässt. Den äußeren Rahmen bildet die Geschichte zweier Familien: Auf der einen Seite steht der ehemalige Gesandte Graf Barby, ein eleganter Weltmann, der mit seinen Töchtern, der schillernden Melusine und der soliden Armgard, in Berlin lebt, auf der anderen der alte Dubslav von Stechlin, ein märkischer Junker, mit seinem Sohn Woldemar. Der Name der Stechlins leitet sich vom sagenumwobenen Stechlin-See her, der seit jeher auf Naturkatastrophen in der ganzen Welt mit hohen Wasserfontänen reagiert. Hauptperson des Romans ist Dubslav von Stechlin, der seine Mitmenschen und die Zeitläufte abgeklärt betrachtet. Von der Grunddisposition her konservativ, beobachtet er dennoch offen und liberal die Zeichen einer neuen Zeit. Im Gegensatz zu seiner adelsstolzen Schwester Adelheid, Äbtissin eines Damenstifts, sind Dubslavs hervorstechendste Charaktermerkmale Toleranz und (Selbst-)Ironie. Das Romangeschehen erstreckt sich über sechs Monate, in denen sich Verlobung und Heirat Woldemars mit Armgard ereignen, Woldemar einen kurzen dienstlichen Aufenthalt in England absolviert und Dubslav von Stechlin als Kandidat der Konservativen im Wahlkampf gegen einen Sozialdemokraten unterliegt, was ihn nicht sonderlich berührt. Nach Dubslavs Tod scheinen der ernsthafte Woldemar von Stechlin und seine sozial engagierte Frau Armgard gute Garanten für die Zukunft zu sein; hierin spiegelt sich Fontanes Wunsch nach einem neuen Preußentum.

Autor Fontane, Theodor
Verlag Reclam
Einband Kartonierter Einband (Kt)
Erscheinungsjahr 2003
Seitenangabe 518 S.
Meldetext innert 1-2 Tage lieferbar
Ausgabekennzeichen Deutsch
Abbildungen KART
Masse H14.8 cm x B9.6 cm x D2.4 cm 224 g
Reihe Reclams Universal-Bibliothek
»Einerseits auf einem altmodischen märkischen Gut, andererseits in einem neumodischen gräflichen Hause (Berlin) treffen sich verschiedene Personen und sprechen da Gott und die Welt durch. Alles Plauderei, Dialog, in dem sich die Charaktere geben, und mit ihnen die Geschichte. Natürlich halte ich dies nicht nur für die richtige, sondern sogar für die gebotene Art, einen Zeitroman zu schreiben«, so gibt Fontane selbst Handlung und Inhalt seines letzten Romans an, in dem er die Welt des preußischen Adels mit den Zukunftsideen einer neuen Zeit konfrontiert.

Es geschieht nicht viel, aber doch entschieden mehr als Fontanes Zusammenfassung - >>Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich<< - vermuten lässt. Den äußeren Rahmen bildet die Geschichte zweier Familien: Auf der einen Seite steht der ehemalige Gesandte Graf Barby, ein eleganter Weltmann, der mit seinen Töchtern, der schillernden Melusine und der soliden Armgard, in Berlin lebt, auf der anderen der alte Dubslav von Stechlin, ein märkischer Junker, mit seinem Sohn Woldemar. Der Name der Stechlins leitet sich vom sagenumwobenen Stechlin-See her, der seit jeher auf Naturkatastrophen in der ganzen Welt mit hohen Wasserfontänen reagiert. Hauptperson des Romans ist Dubslav von Stechlin, der seine Mitmenschen und die Zeitläufte abgeklärt betrachtet. Von der Grunddisposition her konservativ, beobachtet er dennoch offen und liberal die Zeichen einer neuen Zeit. Im Gegensatz zu seiner adelsstolzen Schwester Adelheid, Äbtissin eines Damenstifts, sind Dubslavs hervorstechendste Charaktermerkmale Toleranz und (Selbst-)Ironie. Das Romangeschehen erstreckt sich über sechs Monate, in denen sich Verlobung und Heirat Woldemars mit Armgard ereignen, Woldemar einen kurzen dienstlichen Aufenthalt in England absolviert und Dubslav von Stechlin als Kandidat der Konservativen im Wahlkampf gegen einen Sozialdemokraten unterliegt, was ihn nicht sonderlich berührt. Nach Dubslavs Tod scheinen der ernsthafte Woldemar von Stechlin und seine sozial engagierte Frau Armgard gute Garanten für die Zukunft zu sein; hierin spiegelt sich Fontanes Wunsch nach einem neuen Preußentum.

Fr. 14.90
Verfügbarkeit: Am Lager
ISBN: 978-3-15-009910-0
Verfügbarkeit: innert 1-2 Tage lieferbar

Alle Bände der Reihe "Reclams Universal-Bibliothek (RUB)" mit Band-Nummer

Über den Autor Fontane, Theodor

Theodor Fontane (d. i. Henri Théodore F., 30.12.1819 Neuruppin - 20.9.1898 Berlin) arbeitete zunächst als Apothekergehilfe und unterrichtete Pharmazie in einem Berliner Krankenhaus, wandte sich dann aber der Schriftstellerei zu. Zu Anfang war er im Presseapparat der preußischen Regierung beschäftigt, seit 1860 arbeitete er als Zeitungsredakteur und Kriegsberichterstatter und schrieb auch Theaterkritiken. Als Schriftsteller wurde er zuerst durch Balladen bekannt. Erst in Alter von fast 60 Jahren begann er sein umfangreiches Romanwerk, das als Höhepunkt des realistischen Zeit- und Gesellschaftsromans gilt.

Weitere Titel von Fontane, Theodor

Benutzer, die diesen Artikel gekauft haben, haben auch gekauft

Storm, Theodor
Ein Doppelgänger

Fr. 6.50

Raabe, Wilhelm
Pfisters Mühle

Ein Sommerferienheft
Fr. 13.90
Filters
Sort
display